Mineralwasser oder Leitungswasser?

Die Qualität des Leitungswassers in Deutschland ist generell sehr hoch. Stiftung Warentest kam sogar mal zu dem Ergebnis, dass Leitungswasser gesünder als Mineralwasser ist [1]. Demnach soll Mineralwasser weniger Mineralstoffe und mehr ungesunde Rückstände enthalten. Kein Wunder, dass deutsche Haushalte blind auf das Trinkwasser aus dem Hahn vertrauen und damit Kaffee oder Nudeln kochen. Dennoch gibt es auf dem Markt auch einige hochwertige Mineralwasser, die das Leitungswasser in vielen Aspekten (z.B. Mineralien) weit überlegen sind.

Durch umfangreiche Analysen wird das deutsche Trinkwasser regelmäßig (teilweise mehrmals täglich) auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung [2] überprüft. Die dort enthaltenen Grenzwerte sind sogar noch strenger als die Regeln für Mineralwasser in Flaschen. Was der Versorger nicht überprüfen kann, sind die hauseigenen Rohre und Wasserhähne. Keime, Bakterien oder Krankheitserreger können dort ins Leitungswasser gelangen. So kommt es immer wieder zu Infektionen mit Legionellen, Darmkeimen und Co. In diesem Punkt hat Mineralwasser eindeutig den Vorteil, dass dort das konsumfertige Endprodukt analysiert wird.

Wie kann man Keimbildung in den Leitungen verhindern?

Mehr als 95% von ihnen befinden sich in einer dünnen Schicht innen auf dem Rand von Wasserleitungen und -zählern. Dieser Biofilm ist verantwortlich für Geschmack, Verträglichkeit, Geruch und Verunreinigungen. Der Versorger kann die Entwicklung solcher Biofilme mit Anpassungen, z.B. am pH-Wert oder Chlorgehalt des Wassers, nur in geringem Maße steuern. Wichtig ist es Teile, an denen sich Bakterien hauptsächlich vermehren, zu tauschen.  Bei Leitungen immer auf das richtige Material achten. Empfohlene Produkte und Materialien findest du unter [3]. Verzinkte Stahlleitungen, nicht gewartete Warmwasserspeicher, Wasserzähler oder ungeprüfte Kunststoffe können fatale Auswirkungen auf die Bildung des gefährlichen Biofilms haben. Wurde ein Wasserhahn über eine längere Zeit nicht genutzt, so wird dazu geraten vor der Nutzung mehrere Liter warmes und kaltes Wasser ablaufen zu lassen.

Entscheidungshilfe und Vergleich

Trinkt man häufig Leitungswasser oder will man sich in Zukunft nur noch davon ernähren, sollte man  eine Trinkwasseranalyse durchführen. Dabei testet man das Wasser aus dem Hahn und hat somit auch alle Gefahrenstellen zwischen Versorger und Glas abgedeckt. Einen entsprechenden Test gibt es z.B. hier: BASIC PLUS Trinkwasseranalyse. Im Ergebnis sollte auch der Mineralstoffgehalt aufgeführt sein, damit man diesen mit guten Mineralwassern vergleichen kann.

Referenzen:

1 https://www.test.de/Leitungswasser-und-Mineralwasser-Der-grosse-Wassercheck-5049737-0/?mc=kurzurl.wassercheck

2 https://www.dvgw.de/themen/wasser/trinkwasserverordnung/volltext-der-trinkwasserverordnung/

3 https://www.dvgw.de/themen/wasser/wasserqualitaet/materialien-und-produkte/

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